Bazillen

Perspektivwechsel: wir sind der Patient. Wir sind schwerst krank, aber da müssen wir durch. Wir sind über und über besiedelt von entsetzlich hartnäckigen Bazillen.

Sie fingen an, überall die Haut zu bedecken, so dass wir nur noch durch die Lungen Luft bekamen. Später haben sie die Lungen befallen und für ihre Zwecke umgebaut. Sie bohrten sich in unsere Haut und holten energiereiche Stoffe an die Oberfläche, die sie verbrannten oder für ihren Stoffwechsel nutzen.

Wenig später verschmutzten sie alles mit ihren Abbauprodukten. Und es wurden immer mehr hochgiftige, langlebige Stoffe, die sie absonderten.

Schon schien es, als würde uns der immer heftigere Befall komplett den Garaus machen, aber das stimmte nicht. Tief im Inneren haben wir noch viel Substanz, und die wird für das Fieber reichen, mit dem wir uns von diesen schrecklichen Bazillen befreien werden.

Einen kurzen Moment lang schien es, als würden sie sich strategisch anpassen können und daher aufhören, ihren Wirt zu zerstören. Doch schon sehr bald stellte sich heraus, dass es ihre ureigenste Art ist, sich ohne Rücksicht auf mögliche Folgen immer weiter auszubreiten. Sie können nicht anders und werden wegen dieser Art auch untergehen, wenn erst das Fieber einsetzt. Gemessen haben sie bereits einen leichten Anstieg der Temperatur und sie wissen, dass dieser nicht die 2 Grad übersteigen darf, sonst gefährden sie ihre Existenzgrundlage.

Seitdem sie wissen, dass sie sich selbst gefährden, haben sie nichts wesentliches unternommen, um ihren Wirt und damit auch sich selbst zu retten. Es ist daher nicht nötig, Mitleid mit ihnen zu haben: sie sind Bazillen und sie werden vernichtet, damit es uns wieder gut geht.

Wer wir sind? Dieser alte Bekannte hier:

Auch die Bazillen sind alte Bekannte. Sie haben sich sogar selbst einen Namen gegeben: Homo sapiens. Wie lächerlich!

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